Soziale Innovationen und kommunaler Transfer: Begegnung auf Augenhöhe im Fokus
Workshop auf der TransferAllianz-Jahreskonferenz 2026 in Dresden beleuchtet Herausforderungen beim Wissenstransfer in Klein- und Mittelstädte
Diana Schmidt (Lenkungsbereich Handlungskompetenz der Kommunen stärken) und Anja Dietel (Koordinatorin Zukunft Region bei der Stadt Riesa) beim Workshop auf der TransferAllianz-Jahreskonferenz 2026 in Dresden
Ende Juni diskutierten über 20 Teilnehmende auf der Jahreskonferenz der TransferAllianz in Dresden in der Session „Wissenschaftliche und kommunale Akteure als gemeinsame Schöpfer sozialer Innovation“ über nachhaltige Kooperationen in Regionen ohne eigene Forschungseinrichtungen. Als Referentinnen beleuchteten Diana Schmidt (Universität Leipzig, T!Raum-Projekt „Handlungskompetenz der Kommunen stärken“) und Anja Dietel (Stadt Riesa) die beiden komplementären Perspektiven von Hochschule und kommunaler Praxis.
Im Zentrum der regen Diskussion standen der Bottom-up-Ansatz von HKS – Lösungen entstehen im gemeinsamen Prozess mit den kommunalen und zivilgesellschaftlichen Partnern vor Ort – sowie der Austausch konkreter Erfahrungen. Ein zentraler Tenor der Session war der deutliche Gegensatz zu klassischen akademischen Ausgründungen: Während technologische Spinoffs oft auf schnelle Skalierung abzielen, erweisen sich soziale Innovationen in Kommunen als stark kontextabhängig: Auch für die Werkstattprojekte der Transferraum-Initiative der Universität Leipzig mit ihren spezifischen, auf Grundlage der lokalen Situation entwickelten, Vorgehensweisen stellt die Übertragbarkeit lokaler Lösungsansätze eine der größten Herausforderungen dar.
Als effiziente Schnittstelle zwischen Hochschule und Kommune agieren Innovationsvermittler als Intermediäre: Sie übersetzen als vertrauensvolle „Brückenbauer“ zwischen Wissenschaft und Praxis, senken Zugangshürden für kleine Städte und verankern bedarfsgerechte Lösungsansätze nachhaltig vor Ort – eine zentrale Empfehlung aus der Publikation zum BMBF-Projekt EISR („REGION.innovativ“). Wie diese Rolle in der Praxis aussehen kann, zeigt das Projekt „Zukunft Region – Lebendiger Stahl“ der Stadt Riesa. Das interdisziplinäre Kooperationsnetzwerk aus Verwaltung, Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft entwickelt eine Zukunftsstrategie für den Industriestandort Riesa und die mittelsächsische Elberegion. Die Universität Leipzigmit dem SEPT Kompetenzzentrum ist als wissenschaftlicher Partner eingebunden. Indem wissenschaftliches Wissen mit regionalen Bedarfen verbunden wird, kann aus dem Austausch zwischen Hochschule und Kommune ein konkreter Entwicklungsprozess für die Region entstehen.