Kommunen stärken: (Un)Freie Gemeinde – Stadtentwicklung zwischen Gestaltung und Verwaltung

(Un)Freie Gemeinde: Stadtentwicklung zwischen Gestaltung und Verwaltung
Handlungskompetenz der Kommunen stärken

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Demografischer Wandel, wirtschaftliche Umbrüche, wachsende politische Polarisierung – und das Gefühl, dass die Entwicklungen in kleinen Städten und Landkreisen denen der großen Zentren entgegenlaufen: Das sind die Realitäten, mit denen kommunale Akteure in Mitteldeutschland täglich umgehen. Wie lassen sich dennoch Strukturen aufbauen, die Menschen verbinden und langfristig tragen?

In der ersten Ausgabe des Podcasts „Kommunen stärken", live aufgezeichnet beim Globe24-Wissenschaftsfestival in Leipzig, diskutierte Justus Wenke mit Katrin Schade (Werkstattbereich „Transfer durch Kokreation", Universität Leipzig) und Janet Liebich (Evangelisches Diakoniewerk Oschatz-Torgau) über kokreative Stadtentwicklung, gesellschaftliche Teilhabe und die Zusammenarbeit von Wissenschaft und kommunaler Praxis.

Janet Liebich schildert konkrete Herausforderungen der Arbeit vor Ort: Ein Landkreis, dessen Dimensionen allein schon Zusammenhalt erschwere – „wenn ich von der einen Seite auf die andere Seite fahre, brauche ich auf jeden Fall über eine Stunde" – und eine Gesellschaft im Wandel, in der Begegnungsformate zunehmend schwerer Menschen erreichen. Gleichzeitig entstehen neue, unerwartete Initiativen: etwa die Idee, im @Alaunwerk in Bad Düben Soziokultur und Handwerk zu verbinden und so einen Ort zu schaffen, der für viele Menschen zum Lebensraum werden kann.

Katrin Schade beschreibt, wie Wissenschaft in solchen Prozessen wirken kann – nicht als Außenstehende, die Konzepte überstülpt, sondern als das, was sie „einen Türöffner" nennt: Ziel sei es, Verbindungen herzustellen zwischen Akteuren, die sich selbst in kleinen Städten oft nicht kennen, und Prozesse anzustoßen, die sich verselbstständigen können: „ab einem gewissen Punkt muss es sich verselbstständigen, dass die Menschen dort auch das Gefühl haben, selbst etwas bewegen zu können."

Was Wissenschaft aus Sicht der Praxis beitragen kann, brachte Janet Liebich auf den Punkt: Die Übersetzung von Gefühlen und Wahrnehmungen in belegbare Zusammenhänge – und damit die Öffnung von Räumen, in denen auch Menschen mit sehr unterschiedlichen Meinungen ins Gespräch kommen können. Denn am Ende, so ihr Fazit, ginge es immer wieder um dasselbe: Nahbarkeit und Begegnung, und „Reden dürfen und auch mal eine Meinung sagen dürfen, die vielleicht nicht die Mehrheitsmeinung ist."

Eine Produktion der Transferrauminitiative „Handlungskompetenz der Kommunen stärken" in Koproduktion mit dem GLOBE24-Wissenschaftsfestival.

Konzeption und Moderation: Justus Wenke
Gäste: Katrin Schade, Janet Liebich
Produktion: ReCentGlobe der Universität Leipzig

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